Fidget Spinner: Trendobjekt mit Vergangenheit

Seit einigen Monaten sieht man allerorts junge und alte Menschen mit einem so genannten Fidget Spinner. Das Spielzeug wird als Entspannungshilfe, reine Spielerei oder Beschäftigungstherapie für Unruhegeister gewertet. Kein Wunder: Das englische Hauptwort Fidget bezeichnet einen “Zappelphilipp” oder “Unruhe”, das passende Verb “herumzappeln” und das Wort Spin bedeutet “wirbeln” oder “kreisen”.

Sie wurden noch nicht angesteckt und wissen gar nicht, was ein Fidget Spinner ist? Kein Problem, wir erklären es Ihnen: Der Fidget Spinner ist ein kleines, meist dreigezacktes Spielzeug. In der Mitte ist ein Kugellager, so dass man sie auf dem Finger drehen lassen kann.

Während der Hype um das kleine Spielzeug seit Mai 2017 erst aus den USA und UK zu uns herüberschwappt, war die Liste der bestverkauften Spielzeuge bei Amazon dort bereits voller Spinner. Auf 9 Plätzen der Top 10 waren verschiedene Fidget Spinner. Denn DIE Herstellerfirma für Spinner gibt es nicht. Verschiedene Produzenten werfen Spinner der verschiedenen Preisklassen, Farben und Formen auf den Markt. Hasbro wird sich ärgern, denn dort entschied man sich bereits früh gegen eine Produktion…

Das Spielzeug ist bereits vor 20 Jahren erfunden worden. Der Hintergrund ist anrührend. Die in Florida lebende Catherine Hettinger erkrankte in den 1990er Jahren an einer Autoimmunerkrankung. Auf Grund der abnehmenden Muskelkraft fielen ihr Spielzeuge einfach aus der Hand, wenn sie Zeit mit ihrer 7-jährigen Tochter verbringen wollte. So dass sie selbst Spielzeug erfand, das sie auch nutzen konnte. Dabei entstand unter anderem der Fidget Spinner, auf den Sie bereits im Januar 1997 Patent anmeldete. Wie auch der Megakonzern Hasbro, entschieden sich diverse Spielzeughersteller gegen eine Produktion.

Das Unglück: Catherine Hettinger konnte sich 2005 eine Erneuerung des Patentes nicht mehr leisten, so dass es verfiel. Jetzt bei Einsetzen des Hypes bekommt sie leider keinen Cent mehr, sonst wäre sie vermutlich mittlerweile mindestens Millionärin.

Sicher ist, dass die Spinner nicht als blosse Spielerei abgetan werden können. Man kann sie lieben oder hassen oder sie sind einem einfach egal. Catherine und ihre Tochter hatten eine tolle Zeit mit dem Spielzeug und heute wird es für Therapien eingesetzt. ADHS-Patienten, Autisten und Angstpatienten lernen sich mit ihm zu konzentrieren und sich von ihrem Zustand abzulenken.

Sie können Ihren Kunden und Mitarbeitern nun auch eine solche Konzentrationshilfe schenken. Denn eine Frage bleibt: Spinnen Sie schon?

By | 2017-12-08T10:08:24+01:00 4 August 2017|Kaufberater|